Asking Alexandria - Don't Pray For Me
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Asking Alexandria — Don’t Pray For Me

By on April 29, 2017

Dies ist eine fik­ti­ve Geschich­te zu dem Song »Don’t Pray For Me« von Asking Alex­an­dria.

Der Song »Don’t Pray For Me«

Die Geschichte

Alex war­tet schon seit zwei Stun­den auf eine Fahrt. Sie raucht eine Ziga­ret­te nach der ande­ren, wäh­rend sie an ihrem Taxi gelehnt auf Kun­den war­tet. Die Nacht ist kühl, aber schön, sodass ihr das War­ten weni­ger aus­macht. Sie braucht aller­dings drin­gend die Koh­le und spe­ku­liert auf ein paar Nacht­ge­stal­ten, die zu besof­fen sind, um wegen einer Taxi­fahrt zu gei­zen.

Die Spe­ku­la­ti­on bestä­tigt sich und als ein Funk­spruch sie erreicht, sie sol­le ein paar Stra­ßen wei­ter Fahr­kun­den abho­len, um sie in eine benach­bar­te Stadt zu fah­ren, macht sie sich direkt auf den Weg.

Sie hält am Stra­ßen­rand vor ein paar jun­gen Män­nern, von denen sie davon aus­geht, dass sie das Taxi bestellt haben. Die drei Betrun­ke­nen stei­gen direkt ein, zwei auf die Rück­sit­ze, einer auf den Vor­der­sitz, und reagie­ren auf sie, wie sie es gewohnt ist.

Eine jun­ge Taxi­fah­re­rin bekä­me man nicht jeden Tag zu Gesicht und dazu eine so gut­aus­se­hen­de. Wie eine so jun­ge Frau zu so einem Beruf käme; wenn sie sich frei­zü­gi­ger anzie­hen wür­de, es ja nur so vor Kun­den reg­nen dürf­te. Dabei gibt sich Alex schon immer größ­te Mühe ihre Weib­lich­keit mit Kapu­ze, Stie­feln und gedeck­ten Far­ben zu kaschie­ren, aber Män­ner reagie­ren auf sie, als hät­te sie Mini­rock und einen Aus­schnitt bis zum Bauch­na­bel an. Frü­her hat sie Abstand von nächt­li­chen Fahr­ten aus der Innen­stadt gehal­ten, um eben sol­chen Kun­den aus dem Weg zu gehen, aber aus schon genann­ten Grün­den brin­gen die­se häu­fig das meis­te Geld ein und sie hat sich inzwi­schen mit sexis­ti­schen Kom­men­ta­ren abge­fun­den.

Gekonnt weiß sie also sol­che Sprü­che zu igno­rie­ren und fragt höf­lich ihre Kun­den nach dem Ziel der Fahrt. Nach gege­be­ner Aus­kunft und ange­stell­ten Taxa­me­ter, fährt sie Rich­tung Auto­bahn und stellt schon in den ers­ten Minu­ten der Fahrt fest, dass sie es dies­mal mit ganz beson­ders gro­ßen Voll­idio­ten zu tun hat. Die Män­ner beläs­ti­gen sie mit wei­te­ren Kom­men­ta­ren zu ihrem Geschlecht und ihren falsch­ge­wähl­ten Beruf; dass sie sich an einer Gogo­st­an­ge viel bes­ser machen wür­de.

Wäh­rend Alex die Auf­fahrt zur Auto­bahn nimmt, fan­gen die Typen an, dar­über zu dis­ku­tie­ren, ob sie wirk­lich als Tän­ze­rin geeig­net wäre, da sich unter ihrem Kapu­zen­pull­over ein Schwab­bel­bauch und Cel­lu­li­te­arsch ver­ste­cken könn­ten. Mehr als ein Augen­rol­len kann Alex ihrer Kund­schaft nicht ent­geg­nen und bei dem Kom­men­tar ihres direk­ten Bei­fah­rers, dass man die Debat­te nicht zu einem Schluss brin­gen kann, ohne kla­re Bewei­se vor­zu­le­gen, sieht Alex in böser Vor­ah­nung zu dem Kun­den neben ihr. Sei­ne Hand scheint wie in Zeit­lu­pe Rich­tung ihres Beins zu glei­ten. Alex Augen fol­gen sei­ner Bewe­gung und bli­cken ihm anschlie­ßend in sei­ne Augen. Der Kerl schaut sie begie­rig an, die Hand auf dem Weg zu ihrem Kör­per. Für einen kur­zen Moment scheint die Situa­ti­on wie ein­ge­fro­ren.

Nichts bewegt sich. Alles ist starr.

Plötz­lich eska­liert die Situa­ti­on; Alex ver­sucht die Hand ihres Bei­fah­rers abzu­weh­ren. Sie ver­liert fast die Kon­trol­le über das Auto, fährt in Schlan­gen­li­ni­en die Auto­bahn ent­lang. Wäre es mit­ten am Tag, hät­te sie schon längst ein ande­res Auto gerammt; Der Typ auf dem Bei­fah­rer­sitz bleibt trotz unkon­trol­lier­tem Auto hart­nä­ckig und ver­sucht sie anzu­fas­sen, ihr den Pull­over zu ent­rei­ßen. Der eine Kerl auf der Rück­bank ver­fällt in Jubel­schreie; Der ande­re Kerl ver­fällt in Panik­schreie.

Alex kon­zen­triert sich, wäh­rend sie ihren Bei­fah­rer ver­sucht abzu­weh­ren, auf die Stra­ße und bringt das Taxi am Rand der Auto­bahn zum ste­hen. Gleich­zei­tig ver­sucht sie nach einem Pfef­fer­spray zu grei­fen, wel­ches sich eigent­lich in der Auto­tür befin­den soll­te, doch als sie es nicht auf Anhieb fin­det, öff­net sie panisch die Tür; ver­sucht sich aus den Grif­fen ihres Bei­fah­rers und des Sicher­heits­gurts zu lösen. Sie kämpft, schlägt um sich und schafft es letzt­end­lich sich stol­pernd aus dem Auto zu win­den und rennt sofort los.

»Yeah!«

Wäh­rend sie die Stra­ße ent­lang sprin­tet, hegt sie kurz die Hoff­nung, die Typen könn­ten zu betrun­ken sein, um ihr zu fol­gen, doch als sie ihren Blick kurz hin­ter sich rich­tet, muss sie fest­stel­len, dass zwei der drei Ker­le ihre ren­nend fol­gen, wäh­rend der ande­re laut­hals dazu ver­don­nert wird, am Auto zu war­ten.

»Go!«

Dar­auf­hin ändert sie sofort ihre Rich­tung von der Stra­ße zu dem Wald rechts von ihr. Sie hofft dar­auf, sie abwim­meln zu kön­nen und quält sich ren­nend den Hügel hin­auf zu den Bäu­men. Sie rennt so schnell sie kann durch den Wald, bis sie glaubt, die Ker­le sei­en nicht mehr hin­ter ihr. Alex ver­lang­samt ihren Schritt, um zu Atem zu kom­men und um einen Über­blick über die Gegend zu erha­schen. Sie schaut sich des­ori­en­tiert um, über­legt was sie tun soll und ver­sucht gleich­zei­tig ihre Ver­fol­ger aus­fin­dig zu machen.

»You’­re fuck­ing cra­zy if you think that I’ll ever chan­ge
I am I, I am me, I’ll never chan­ge my ways
I’m a mons­ter and that’s how I’ll stay
Con­dem­ned to pre­de­ter­mi­ned dam­na­ti­on for eter­ni­ty
Dam­na­ti­on for eter­ni­ty«

Sie ent­deckt die Typen, wie sie sie suchen und dafür die fal­sche Rich­tung ein­schla­gen. Sie schei­nen etwas zu hören, was sie auf eine fal­sche Fähr­te lockt. Eine Mischung aus Erleich­te­rung und Ver­zweif­lung las­sen sie an einem Baum zu Boden sin­ken.

»I don’t want you to cry, I don’t even want you to care
Don’t you dare pray for me, no
The­se things I bury insi­de to keep away from the light
Don’t you dare pray for me«

Alex kann ihre Trä­nen nicht zurück hal­ten. Sie weiß nicht was sie tun soll. Sie ist zu weit außer­halb der Stadt, um ohne Wei­te­res zurück lau­fen zu kön­nen. In der Gegend befin­det sich kei­ne Men­schen­see­le, die sie um Hil­fe bit­ten könn­te. Zum Auto zurück kann sie auch nicht, da die betrun­ke­nen Arsch­lö­cher nicht bene­belt genug sind, ihr die­sen Aus­weg als Mög­lich­keit zu las­sen.

Eine Stim­me in ihr sagt, dass sie nicht auf­ge­ben darf. Das sie einen Weg aus der Situa­ti­on fin­den wird, dazu nur auf­ste­hen muss. Sie rap­pelt sich wie­der auf, um nicht als Ziel­schei­be am Baum hän­gen zu blei­ben. Es ist, als wür­de sie eine unsicht­ba­re Hand hoch zie­hen und sie dazu antrei­ben wei­ter zu gehen. Alex wan­dert also vor­sich­ti­gen Schrit­tes wei­ter durch den Wald.

»I’ve been so far gone for so long and I can’t keep my head up out the bot­t­le
Holy fuck, why do I bother? I’m never gon­na get any bet­ter
I’ve wai­ted so long to decla­re ›I don’t give a fuck if I die today‹
Holy shit, I’ve lost my mind, rea­li­ty is star­ting to unwind«

Sie irrt durch die Gegend und plötz­lich scheint es ihr, als wür­de sie ein Zei­chen bekom­men. Sie weiß nicht, was es ist, aber etwas zieht sie in eine bestimm­te Rich­tung und ihr wird auch schnell bewusst, wie­so. Vor ihr befin­det sich eine Hüt­te, in der sie auf Hil­fe hof­fen kann. Sie rennt zur Ein­gangs­tür, klopft, ruft wie ver­rückt und schreit nach Hil­fe. Nie­mand reagiert und sie schaut durch das neben­lie­gen­de Fens­ter. Sie meint in der Dun­kel­heit eine Gestalt zu erken­nen, doch die­se rührt sich nicht. Sie häm­mert wie wild gegen das Fens­ter, schreit dass sie in Gefahr sei, dass die Per­son sie rein las­sen soll. Die Gestalt reagiert nicht, doch durch den Lärm, den sie ver­ur­sacht, hat sie ihre Ver­fol­ger wie­der auf sich auf­merk­sam gemacht.

Alex fängt wie­der an zu ren­nen und da sie auf die Rich­tung durch ihre Ver­fol­ger kei­nen gro­ßen Ein­fluss hat, zieht sie es wie­der zurück zur Stra­ße, wo sie ihr Taxi ent­deckt.

»Don’t pray for me«

Noch im Wald wer­den die sie ver­fol­gen­den Ker­le, wie durch eine unsicht­ba­re Hand, auf­ge­hal­ten. Der eine stol­pert beim Ren­nen und fällt den zur Stra­ße füh­ren­den Hang hin­un­ter und der zwei­te Typ lässt sich davon ablen­ken.
Noch im Davon­lau­fen peilt Alex ihr Taxi an, da sie in die­sem Moment kei­ne ande­re Wahl zu haben scheint. Der drit­te ihrer Fahr­kun­den, der am Taxi war­tet, bemerkt sie im ers­ten Moment nicht.

»I don’t want you to cry, I don’t even want you to care
Don’t you dare pray for me, no
The­se things I bury insi­de to keep away from the light
Don’t you dare pray for me
I don’t want you to cry, I don’t even want you to care
Don’t you dare pray for me, no
The­se things I bury insi­de to keep away from the light
Don’t you dare pray for me
Don’t you dare«

Sie hat aus­schließ­lich die Fah­rer­tür im Visier, die von ihrer Flucht noch offen­steht. Sie sprin­tet zur Tür, doch ihre lau­ten Schrit­te las­sen den war­ten­den Kerl auf­merk­sam wer­den, der bis zu die­sem Zeit­punkt an der Hau­be lehn­te. Er schafft es recht­zei­tig sich Alex in den Weg zu stel­len und ver­sucht sie davon abzu­hal­ten, ins Taxi zu stei­gen. Sie wehrt sich mit Hän­den und Füßen und erneut fällt ihr das Pfef­fer­spray im Fach der Fah­rer­tür ein.

Ange­strengt ver­sucht sie nach dem Spray zu grei­fen und wäh­rend sie sich von ihrem Angrei­fer ver­sucht los zu rei­ßen, erwischt sie das Pfef­fer­spray und kann ihn kurz­zei­tig außer Gefecht set­zen. Sie hört schon die ande­ren Bei­den hin­ter sich, wie sie sich dem Auto nähern. Alle schrei­en, wol­len sie auf­hal­ten, doch sie schafft es, sich auf den Fah­rer­sitz zu set­zen und mit einem Tritt gegen den Kopf des sich win­den­den Kerls mit den trä­nen­den Augen die Fah­rer­tür zu zuschla­gen. Sie star­tet den Motor und schafft es knapp los zu fah­ren, bevor die Ker­le sie auf­hal­ten kön­nen.

Wäh­rend sie sich von den betrun­ke­nen Wichsern ent­fernt, wid­met sie ihnen einen letz­ten Blick durch den Rück­spie­gel. Zum ers­ten Mal seit einer Stun­de hat sie das Gefühl einen Atem­zug zu tun.

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