Bei Instagram blockiert
Kolumne

Bei Instagram blockiert — Ein Schlag ins Gesicht!

By on Februar 6, 2019

Seit eini­gen Tagen bin ich wie­der sehr aktiv bei Insta­gram. Ich bin gro­ßer Fan der Platt­form, weil ich das foto­ba­sier­te Pos­ten ein­fach geni­al fin­de und dort schon eine Men­ge tol­ler Men­schen ken­nen gelernt habe. Da ich mich wie­der ver­mehrt auf der Platt­form auf­hal­te, kom­me ich aller­dings auch wie­der mehr mit ihren Schat­ten­sei­ten in Berüh­rung. Mehr Schein als Sein, ein zum Teil schlech­ter Umgang unter­ein­an­der und leicht­fer­ti­ges Ver­hal­ten auf­grund gewis­ser Anony­mi­tät. Ich bekom­me es jetzt zum zwei­ten Mal zu spü­ren und las­se es mal wie­der viel zu nah an mich ran.

Zeilenzunder bei Instagram blockiert

In den zwei Jah­ren Zeilenzunder und Insta­gram ist es mir jetzt schon zum zwei­ten Mal pas­siert: Ich wur­de von einer Per­son blo­ckiert, mit der vor­her ein (wie ich dach­te) tol­ler Kon­takt herrsch­te und ein wert­vol­ler Aus­tausch statt­fand. Von Null auf Hun­dert wer­de ich dann blo­ckiert, ohne Begrün­dung, ohne Vor­war­nung, nur mit einer Men­ge Fra­ge­zei­chen und Bauch­schmer­zen.

Zum ersten Mal blockiert

Ich ver­su­che von vor­ne zu begin­nen. Vor eini­ger Zeit blo­ckier­te mich eine Musik­blog­ge­rin auf Insta­gram und igno­rier­te mich auf sämt­li­chen ande­ren sozia­len Netz­wer­ken. Vor­her herrsch­te ein für mein Emp­fin­den sehr net­ter und lus­ti­ger Aus­tausch. Ich war Neu­ling in der Musik­blog-Welt und hat­te vie­le Fra­gen und ich bin nun­mal ein Mensch der fragt, wenn er Fra­gen hat. Ich woll­te ler­nen, bes­ser wer­den und wen­de­te mich dafür an erfah­re­ne­re Blogger*innen. Dabei ver­such­te ich selbst­ver­ständ­lich den Leu­ten nicht über­mä­ßig auf die Ner­ven zu gehen, doch ich fin­de den Aus­tausch unter­ein­an­der wich­tig und ver­su­che jetzt, als erfah­re­ne Blog­ge­rin, mein Wis­sen eben­falls wei­ter zu geben. Schrei­ben mich Neu­lin­ge an, was tat­säch­lich des Öfte­ren vor­kommt, ver­su­che ich alle Fra­gen zu beant­wor­ten, mei­ne Erfah­run­gen zu tei­len und zu hel­fen.

Die Blog­ge­rin gab mir lan­ge Zeit das Gefühl, ger­ne zu hel­fen. Man unter­hielt sich auch manch­mal über Musik all­ge­mein, tausch­te sich aus und dann wur­de ich plötz­lich blo­ckiert. Es ist nicht ein­mal etwas vor­ge­fal­len, ich war ein­fach weg vom Fens­ter. Ich konn­te ihr weder Schrei­ben, noch ihren Account anse­hen oder sons­ti­ges. Was war pas­siert?

Ich weiß es bis heu­te nicht und war auch ehr­lich gesagt ein wenig ver­letzt. Klar, man kann­te sich nicht per­sön­lich, aber sie hat­te mir in vie­ler­lei Hin­sicht wei­ter gehol­fen und ich war ent­täuscht, dass ich sie schein­bar mit etwas ver­är­ger­te. Das tat mir leid, doch gleich­zei­tig ärger­te ich mich über sie, dass sie mir nicht ein­fach sagen konn­te, was ihrer Mei­nung nach falsch lief. Statt­des­sen blo­ckier­te sie mei­nen Account und damit nun­mal auch mich als Men­schen.

Irgend­wann stand ich drü­ber, dach­te mir, sie wird ihre Grün­de gehabt haben und mir wur­de es egal.

Zum zweiten Mal blockiert

Jetzt ist es schon wie­der pas­siert. Eine Insta­grame­rin mit ähn­li­chem Con­tent wie mei­nem hat mich blo­ckiert. Der Unter­schied dies­mal war, dass ich nicht die allei­ni­ge Fra­ge­stel­le­rin war, son­dern ein regel­mä­ßi­ger Aus­tausch auf Augen­hö­he statt­fand. Man unter­hielt sich hin und wie­der über Foto­gra­fie, Musik und Insta­gram selbst und hat­te, wie ich es emp­fand, einen span­nen­den Aus­tausch. Wir woll­ten uns sogar mal per­sön­lich tref­fen, Musik hören und ich dach­te über eine Home­sto­ry über sie als Vinyl­samm­le­rin für mei­nen Blog nach.

Ges­tern schrieb ich die Lady mal wie­der an, denn mir fiel auf, dass sie eini­ge Fotos aus ihrem Pro­fil gelöscht hat­te und ich war neu­gie­rig wie­so. Vie­le schö­ne Fotos von ihr waren nicht mehr sicht­bar und ich frag­te sie nach dem Grund. Ihre Ant­wort war über­ra­schend unfreund­lich, sehr unge­wohnt. »War­um fragst du immer so blöd?«. Kur­ze Zeit spä­ter hat­te ich kei­nen Zugriff mehr auf ihren Account. Ich wur­de offen­sicht­lich blo­ckiert.

Ich kam an die­ser Stel­le nicht drum­her­um mir die Fra­ge zu stel­len, ob es an mir liegt. Was mache ich falsch, wenn Insta­grame­rin­nen mich blo­ckie­ren? Bin ich wirk­lich zu ner­vig, ertra­gen sie nicht, dass wir ähn­li­chen Con­tent erstel­len oder ist sogar Kon­kur­renz­den­ken im Spiel? Die Fra­gen blei­ben bezüg­lich die­ser bei­den Per­so­nen unbe­ant­wor­tet. Doch ich kam nach ges­tern schnell auf eine Idee, wie ich die­ses nega­ti­ve Gefühl in mir wie­der los wer­de.

Nur die Ausnahme

Die­se bei­den Per­so­nen sind neben vie­len ande­ren zum Glück nur die Aus­nah­me und das muss ich mir immer mal wie­der vor Augen füh­ren. Es gibt vie­le ande­re Instagramer*innen, mit denen ich nach wie vor einen super Kon­takt habe. Ich ken­ne Musikblogger*innen, die sich gegen­sei­tig hel­fen, Musik mit­ein­an­der tei­len und nicht in Kon­kur­renz­den­ken ver­fal­len. Man unter­stützt sich gegen­sei­tig, hilft sich und bekommt kei­ne Schnapp­at­mung, wenn jemand ver­meint­lich etwas nach­macht.

Neu­lich ent­deck­te ich bei einer Musik­blog­ge­rin vie­le Par­al­le­len zu mei­nem eige­nen Blog, nach­dem ich ihr auch vie­le Fra­gen beant­wor­tet hat­te und ihr beim Ein­stieg half. Sie hat sich offen­sicht­lich durch die Auf­ma­chung mei­ner Web­site inspi­rie­ren las­sen und ein paar Din­ge über­nom­men. Ich fand es irgend­wie nett, mein Blog hat ihr schein­bar gefal­len und sie sieht in mei­ner Sei­te viel­leicht sogar eine Art Vor­bild. Wun­der­bar!

Ein Insta­gram-Kon­takt von mir for­mu­lier­te es heu­te in einer Sprach­nach­richt sehr tref­fend: »Kon­kur­renz­den­ken oder Angst vor Nach­ma­chen? — Tota­ler Quatsch! Wozu zeigt man denn bei Insta­gram, was man macht und hat. Insta­gram ist für Inspi­ra­ti­on da und ich fin­de die­ses anein­an­der Mes­sen total albern. Ich freue mich sogar, wenn Leu­te Bil­der von mir nach­stel­len. Ich bin das Ori­gi­nal, also kön­nen die das ruhig machen.« All­ge­mein konn­te sie mir die wil­des­te Sto­rys erzäh­len. Leu­te blo­ckier­ten ande­re Nutzer*innen, weil sie der Mei­nung waren, sie hät­ten ihnen Pflan­zen nach­ge­kauft. Auch das rot Fär­ben von Haa­ren gilt als Nach­ma­chen, und nein! Die­se Men­schen sind kei­ne 13 Jah­re alt mehr.

Fazit

Kin­der­gar­ten, so viel steht fest. In mei­nem Fall ken­ne ich die Grün­de der mich blo­ckie­ren­den Per­so­nen nicht, ich kann nur ver­mu­ten. Das Ein­zi­ge, was ich weiß, ist, dass ich nie­man­dem etwas bewusst nach­ma­che. Ich las­se mich, wie alle ande­ren auch, durch Men­schen, Künstler*innen und Accounts inspi­rie­ren. Per­son A inspi­rier­te mich zum Schall­plat­ten sam­meln und half mir bei vie­len Fra­gen zum The­ma Blog­gen. Mit Per­son B hat­te ich einen freund­li­chen Aus­tausch über gemein­sa­me Inter­es­sen und kei­ner von bei­den konn­te in mir, mit tau­sen­den Fol­lo­wern weni­ger, eine ernst­haf­te Kon­kur­renz sehen. Auch wenn, soll­te man sich doch zumin­dest bei (meist) unbe­zahl­tem Blog­gen von Kon­kur­renz­den­ken frei machen kön­nen und ein­fach sein Ding machen. Nun gut, sei es drum. Man­che Men­schen sind eben ein­fach komisch drauf, aber ich kon­zen­trie­re mich lie­ber auf die lie­ben und net­ten Men­schen da drau­ßen! (Ja, das ist tat­säch­lich mein Fazit aus all dem!)

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1 Comment
  1. Antworten

    Sam_whatelse

    Dezember 1, 2020

    Hey, ich ken­ne das tat­säch­lich auch. Ich habe heu­te fest­stel­len müs­sen, das mei­ne bis­her lieb­lings­Blog­ge­rin mich blo­ckiert hat. Und dabei ist nichts vor­ge­fal­len. Ich fin­de es so so soo scha­de und fra­ge mich was sie dazu gebracht hat. Noch habe ich kei­ne Ant­wort, weiß auch nicht ob ich eine bekom­me. Aber ich hab sie nie so ein­ge­schätzt.… Das ver­letzt mich soooo hef­tig!

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