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Doch kein assoziiertes Lieblingsgedudel

By on Februar 26, 2017

Ich woll­te ursprüng­lich einen Bei­trag für »asso­zi­ier­tes Lieb­lings­ge­du­del« schrei­ben — und zwar zu dem Song »Black Widow« aus dem gleich­na­mi­gen Album von In This Moment. In dem Song geht es um den Anspruch einer »gefähr­li­chen« Frau auf die Lie­be eines »Lady­kil­lers«. Viel­leicht gehen die Lyrics auch ein wenig tie­fer, aber das spielt für die ursprüng­li­che Musik­vi­deo-Idee kei­ne Rol­le. Mei­ne Idee war, pas­send zum Image von Maria Brink (Sän­ge­rin von In This Moment), sie als sexy geklei­de­te Frau (wie üblich) mit ihren bei­den Back­ground Tän­ze­rin­nen (wie üblich) in ver­schie­de­nen Sze­na­ri­en dar­zu­stel­len, in denen sie ihren »Lady­kil­ler« umbringt, genau­er gesagt ver­gif­tet. So wür­de sie zur »Black Widow«, also schwar­zen Wit­we, sowohl im buch­stäb­li­chen Sin­ne, als auch in Hin­sicht auf die so beti­tel­te Spin­ne, die ihre Fein­de mit Gift tötet, wie der Spre­cher am Anfang des Songs erklärt.

Yes the dan­ge­rous black widow is to be approa­ched with cau­ti­on, as the black widow’s bite can cau­se death. The black widow is easi­ly reco­gni­zed buy her coal black body and red hourg­lass mar­king. She enca­ses her vic­tims with silk, and then kills with poi­son from her fangs. The male spi­der is not con­si­de­red to be dan­ge­rous.«

Ich dach­te an eine der Ver­klei­dun­gen, die Maria Brink auf ihren Live-Kon­zer­ten trägt – ein Kran­ken­schwes­ter-Out­fit. Wo kann man schließ­lich am bes­ten jeman­den mit Gift umbrin­gen? Rich­tig! Im Kran­ken­haus als Kran­ken­schwes­ter ver­klei­det. Wer denkt da nicht direkt an die Sze­ne in Kill Bill. Die Sze­ne, in der die Blon­de pfeift. Die mit der Augen­klap­pe – Elle Dri­ver. Na? Wisst ihr was ich mei­ne? Ein typi­sches Sze­na­rio in einem Klas­si­ker von Film: Welch wun­der­ba­re Hom­mage wäre das an die­sen Film gewe­sen, wenn ich die­se Idee für das Video nie­der­ge­schrie­ben hät­te.

So wie es Lady Gaga in »Tele­pho­ne« gemacht hat. In die­sem Musik­vi­deo fah­ren Lady Gaga und Bey­on­cé im Pus­sy Wagon, das Auto, in dem Taran­ti­no in sei­nem Film Uma Thur­man aus dem Kran­ken­haus hat flüch­ten las­sen. Nur das Lady Gaga und Bey­on­cé nicht aus einem Kran­ken­haus flüch­ten, son­dern aus einem Gefäng­nis, um in ein Diner zu fah­ren um dort – Ach­tung jetzt kommt’s – jeman­den zu ver­gif­ten. Die Tat wird hier aller­dings nicht im Kran­ken­schwes­ter­kos­tüm mit Gift in Sprit­ze aus­ge­führt, son­dern im Kell­ne­rin­nen-Kos­tüm mit Gift in Essen. Auch eine hüb­sche Sze­ne­rie für das ursprüng­li­che tex­tu­el­le Musik­vi­deo, aber wir dürf­ten uns spä­tes­tens an die­sem Punkt schon einig sein, dass das gan­ze kei­ne Hom­mage mehr wäre, son­dern ein Mas­sen­dieb­stahl an Ideen. Ich bin aller­dings noch lan­ge nicht fer­tig mit mei­nen Blon­de-Frau-ver­gif­tet-Kerl-in-einem-Video-Bei­spie­len, die mir alle in der Ideen­fin­dung zu »Black Widow« ins Hirn vor­rutsch­ten.

Wer war in den 90ern alles ein Brit­ney Spears Fan? Na, kommt schon, ich gebe es doch auch zu. Sogar das in 2003 erschie­ne­ne Musik­vi­deo zu »Toxic« fand ich damals noch cool, nur dass ich in dem Alter nicht mehr dazu auf dem Bett rum­ge­hopst bin. Ich erin­ner­te mich an Brit­ney, wie sie im Ste­war­dess-Kos­tüm einen Mann ver­gif­tet hat, aber falsch! Sie hat im Ste­war­dess-Kos­tüm einen Mann bekle­ckert, um die­sen anschlie­ßend mit Tro­ckent­tup­fen geil zu machen, um die­sen anschlie­ßend in der Flug­zeug­toi­let­te zu ver­na­schen, um die­sem anschlie­ßend sein Han­dy zu klau­en, um dar­auf­hin einen ande­ren Mann auf­zu­su­chen und DIESEN dann zu ver­gif­ten. A pro­pos Han­dy klau­en: Lady Gaga hat­te vor ihrer Flucht auch einer Per­son das Han­dy geklaut. SO! Merkt ihr was? Blon­de Pop­stars ver­gif­ten für gewöhn­lich Män­ner in ihren Musik­vi­de­os mit Gift. Ich wet­te Chris­ti­na Agui­le­ra hat es auch getan.

Auch wenn Maria Brink, abge­se­hen von ihrem Blond-sein, nichts mit ihren Poi­son-Schwes­tern gemein­sam hat, hät­ten sich die­se Ideen in einem etwas düs­te­ren Flair auch bei In This Moment sicher­lich gut gemacht. Ich wer­de die­se Idee aller­dings nicht auf­grei­fen. Statt­des­sen höre ich nost­al­gisch Brit­ney Spears und ver­su­che Lady Gagas Tanz­mo­ves nach­zu­ma­chen. Viel­leicht ver­gif­te ich heu­te auch noch jeman­den, mal sehen.

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