Kein Musikblog mehr
Kolumne Music

Zeilenzunder ist kein Musikblog mehr.

By on April 4, 2019

Es ver­än­dert sich etwas. Es wird lang­sam und häpp­chen­wei­se pas­sie­ren, aber es wird pas­sie­ren. Was pas­siert? Zeilenzunder ist nicht mehr län­ger ein Musik­blog, wie ihr ihn kann­tet. Mein Blog streicht das »Musik« aus »per­sön­li­cher Musikblog« und lässt den Sound­track nur noch im Hin­ter­grund lau­fen.

Nicht länger ein »Musikblog«

Der Cut wirkt hef­tig. Ich bin beim Schrei­ben die­ser Zei­len auch gera­de etwas zitt­rig, aber ich möch­te euch und mir direkt klar machen: Ich las­se zwar eine Art Bom­be plat­zen, aber sie ist mit bio­lo­gisch abbau­ba­ren Kon­fet­ti gefüllt und macht die Zeilenzunder-Land­schaft auf län­ge­re Sicht nur frucht­ba­rer und bunt.

Von vorne

Streng genom­men war Zeilenzunder nie NUR ein Musik­blog. Zeilenzunder ist ein per­sön­li­cher Blog, der sich in den letz­ten Jah­ren immer mehr zu einem Musik­blog ent­wi­ckel­te und das The­ma Musik fokus­sier­te. Doch genau das macht mich nicht mehr glück­lich. Es bedeu­te­te für mich nur noch Stress und das Gefühl, kei­nen Mehr­wert zu schaf­fen.

Mei­ne Lie­be zur Musik ist so groß geblie­ben, wie sie schon immer war. Doch ich kann das Hob­by als Musik­blog­ge­rin nicht län­ger als erfül­len­de Frei­zeit­be­schäf­ti­gung anse­hen.

Notwendige Veränderung

Mein All­tag als Blog­ge­rin sah in der Regel so aus, dass ich von PR-Mails nur so über­schwemmt wur­de und der Druck immer wei­ter anstieg. Mails woll­ten beant­wor­tet wer­den, klei­ne Bands und Musiker*innen woll­ten ernst genom­men wer­den und über alle Musik soll­te im bes­ten Fall ein Bei­trag ver­fasst wer­den. Ich ver­lor den Über­blick. Mei­ne To-Do-Lis­te wur­de nur län­ger statt kür­zer und so setz­te ich einen radi­ka­len Cut. — Ich ließ mich aus sämt­li­chen Ver­tei­lern aus­tra­gen und fühl­te mich nach einer Woche leicht wie eine Feder.

Nun will ich die »Schuld« an mei­ner Ent­schei­dung nicht ein­zig und allein den PR-Agen­tu­ren in die Schu­he schie­ben, denn die­se machen nur einen Teil mei­ner Beweg­grün­de aus.

Mein »per­sön­li­cher« Musik­blog befand sich immer in einer selt­sa­men Schwe­be zwi­schen tat­säch­li­chem Musik­blog und per­sön­li­chem Blog. Die Erwar­tun­gen an Zeilenzunder lagen so hoch wie an einem nor­ma­len Musik­blog, hin­ter dem meh­re­re Per­so­nen ste­hen. Doch ich war nun­mal nur eine ama­teur­haf­te Musik­blog­ge­rin, die sich zufäl­lig mit Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung aus­kann­te.

Mei­ne Musik­bei­trä­ge ver­lie­fen eigent­lich nur im Sand und die vie­le Mühe und Quan­ti­tät fand über die Jah­re ver­hält­nis­mä­ßig wenig Reso­nanz. Ich sehe in allem kei­nen Mehr­wert mehr, auch wenn mir immer gesagt wur­de, wie wich­tig Musik­blogs für die Musik­in­dus­trie und deren klei­nen Musiker*innen sind. Doch ist das wirk­lich so?

Warum über Musik bloggen?

Der Spaß am Schrei­ben über Musik hat mei­ne Moti­va­ti­on lan­ge auf­recht erhal­ten und auch die teils enor­me Dank­bar­keit der Musiker*innen gab mir immer wie­der einen Schub. Klar ist es etwas beson­de­res, wenn ich einen gan­zen Bei­trag einer ein­zi­gen Band wid­me, doch brin­gen die­se Bei­trä­ge den Musiker*innen selbst am wenigs­ten.

Anders ver­hält es sich mit mei­nen Play­lists und den kur­zen Musik­vor­stel­lun­gen (Quick-Music-Tipps). Der Mehr­wert die­ser Bei­trä­ge und Lis­ten ist ein ganz ande­rer. Schnel­le Musik­emp­feh­lun­gen und eine vor­ge­fer­tig­te Play­list auf Spo­ti­fy wur­de immer ger­ne ange­nom­men. Das ist auch nur logisch, wenn man bedenkt, das Musik-Reviews heu­te kaum noch einen Wert haben. Wer braucht ein Review, wenn er sich inner­halb weni­ger Minu­ten selbst eine Mei­nung über einen Song oder ein Album bil­den kann. Kein Mensch braucht dafür ein Review, erst recht nicht von einer x‑belelibigen Musik­kon­su­men­tin, die nicht mal mit Fach­vo­ka­bu­lar klug­schei­ßen kann. (Das bin ich)

Vegane Butter bei die Tomaten

Was bedeu­tet das nun für Zeilenzunder? Wir dür­fen alle einen Moment auf­at­men, denn hier pas­siert nichts über­eil­tes und vor allem nichts Schlag auf Schlag. Die­ser Bei­trag dient ein­zig und allein dazu, euch vor­zu­be­rei­ten und mei­ne Inten­tio­nen zu erklä­ren.

Ich habe noch genau ein Album-Review auf mei­ner To-Do-Lis­te ste­hen, was ich auch unbe­dingt noch umset­zen möch­te. Ande­re wur­den lei­der eis­kalt gestri­chen. Doch was pas­siert danach?

Ich wer­de nach wie vor mei­ne monat­li­chen Release-Play­lists und mei­ne The­men-Play­lists ver­öf­fent­li­chen und auch einen Quick-Music-Tipp wird es hin und wie­der geben. Die­se Bei­trä­ge sind, wie schon erwähnt, die effek­tivs­ten und brin­gen mei­nen Leser*innen und auch den Musiker*innen am meis­ten.

Die Kate­go­rie »Music« wird sich in den nächs­ten Mona­ten vor­aus­sicht­lich immer wei­ter in der Menü­leis­te nach rechts bewe­gen, um für mei­ne aktu­ell größ­ten Inter­es­sen Platz zu machen. Nach­hal­tig­keit und ein grü­ner Lebens­stil haben für mich gera­de obers­te Prio­ri­tät, denn ich hof­fe durch die­sen Bei­trag die Welt ein Stück­chen bes­ser zu machen. Die Musik darf aller­dings nicht feh­len. Sie wird immer ein Teil von Zeilenzunder sein. Wie soll ich sonst fröh­lich mein Klo mit DIY-Öko-Rei­ni­ger sau­ber machen, wenn nicht der pas­sen­de Klo-Sound­track im Hin­ter­grund läuft? Eben!

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2 Comments
  1. Antworten

    Angela

    April 5, 2019

    Hi Lena, ich kann dei­nen Ent­schluss nur zu gut nach­voll­zie­hen. Die flut an mails ist enorm, ich habe vor eini­gen wochen auch ange­fan­gen, uns aus sämt­li­chen ver­tei­lern aus­zu­tra­gen.
    wir wei­sen nun auch aus­drück­lich dar­auf hin, uns nicht unge­fragt in ver­tei­ler auf­zu­neh­men, son­dern uns erst ein­mal die the­men vor­zu­stel­len, mit denen wir zukünf­tig ver­sorgt wer­den sol­len. macht so gut wie nie­mand.

    und klar, der druck wächst. aber man macht sich auch selbst zu viel druck. wich­tig ist, sich zu über­le­gen, was man selbst noch davon hat und den spaß an der gan­zen sache nicht ver­liert. — du hörst auf dein bauch­ge­fühl und das ist rich­tig. cha­peau und wei­ter­hin viel spaß beim blog­gen.

    • Antworten

      Lena B.

      April 10, 2019

      Hey Ange­la,
      ich dan­ke dir! Die Ent­schei­dung ist mir nicht ganz leicht gefal­len aber fühlt sich nach wie vor sehr rich­tig an.
      Dan­ke für dein Feed­back 🙂 Ich bin gespannt, wie die Ver­än­de­run­gen ins­ge­samt so ankom­men wer­den.
      Dir auch viel Erfolg wei­ter­hin und hof­fent­lich hal­ten sich die Agen­tu­ren und Co dar­an und schüt­ten euch nicht mehr zu zu.
      Lie­be Grü­ße

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