MS MR - Fantasy
Stories

MS MR — Fantasy

By on Januar 11, 2018

Dies ist eine fik­ti­ve Geschich­te zu dem Song »Fan­ta­sy« von MS MR.

Der Song »Fantasy«

Die Geschichte

Sie liegt in einem Feld. Irgend­wo im Nir­gend­wo. Weit und Breit nur Süß­grä­ser und sie liegt mit­ten­drin.

Sie liegt auf dem Rücken, spürt das Gras im Nacken und zwi­schen den Zehen. Ihre Augen sind geschlos­sen und sie atmet tief ein und wie­der aus.

»Don’t know what you think you saw
You did­n’t know at all
Lost sight of who you are«

Sie öff­net lang­sam ihre Augen und ihr Blick ist auf den strah­lend blau­en Him­mel gerich­tet. Außer blau sieht die nur eine Els­ter, wie sie ziel­stre­big gen Unend­lich­keit fliegt.

Ein Lächeln wan­dert über ihr Gesicht und sie fängt an sich zu stre­cken, als wäre sie aus einem lan­gem Mit­tags­schläf­chen erwacht.

»Came to make a con­nec­tion
For­ce mys­elf in a dimen­si­on
Lost sight of mys­elf«

Sie setzt sich lang­sam auf und fährt dabei mit ihren Hän­den über das wei­che Grün. Ihre Augen ver­fol­gen wei­ter­hin den Vogel, wie er immer klei­ner wird und fast nicht mehr zu erken­nen ist.

»If I could for­ce my heart, my ears, my mind
And eyes to get in line«

Lang­sam steht sie auf, allein im gro­ßen wei­ten Feld und spürt den wei­chen Boden unter ihren Fuß­soh­len. Der Vogel ist nun ver­schwun­den und sie schaut ihm den­noch nach.

»May­be I’ll find some­thing real
Not a fan­ta­sy so divi­ne
Let mys­elf down each time«

Plötz­lich spürt sie einen Wind­hauch aus der Rich­tung, aus der der Vogel kam. Sie dreht sich ent­ge­gen dem ver­schwun­de­nen Vogel und schließt erneut die Augen, um den Wind bes­ser zu spü­ren.

»Let mys­elf down each time«

Der Wind kommt in Fahrt, pus­tet ihr regel­recht ins Gesicht und bringt ihre Haa­re zum wehen.

Sie nimmt den Wind als Zei­chen war, als Grund wei­ter zu zie­hen und sie rennt los. Rennt mit dem Wind, dem Vogel hin­ter­her, durch Feld, durch Grün, durch Grä­ser und ihre Füße schwe­ben mit dem Wind.

»How could you be what I wan­na see?«

Sie lässt sich tra­gen, wird immer schnel­ler, sprin­tet das Feld ent­lang, als ver­su­che sie den Vogel wie­der ein­zu­ho­len.

»How could you be what I wan­na see?«

Im Sprint erkennt sie, dass sie sich einer Land­stra­ße nähert, die ihren bevor­ste­hen­den Weg durch­quert.

»How could you be what I wan­na see?«

Sie ist noch weit davon ent­fernt, aber sie sieht einen LKW, wie er drauf und dran ist, ihr den Weg abzu­schnei­den.

»When my rea­li­ty«

Sie sprin­tet schnel­ler, rennt so schnell sie kann. Sie will die Stra­ße über­que­ren, noch bevor der Last­wa­gen ihren Weg kreu­zen wird.

»Could never live up, could never live up«

Sie schafft es, rennt über die Stra­ße und sobald der LKW-Fah­rer an ihr vor­bei fährt, regis­triert er ihren Erfolg und streckt sei­nen Dau­men aus dem Fens­ter.

»To the fan­ta­sy«

Sie grinst, freut sich über ihren schnel­len Sprint, aber lässt sich davon nicht beir­ren, ihren Weg wei­ter zu ver­fol­gen. Sie läuft wei­ter, bar­fuß über Wege und Stra­ßen, durch­streift Wäl­der und Fel­der.

»Revo­lu­ti­on from dis­so­lu­ti­on, hyp­no­ti­zing and demo­ra­li­zing«

Ihr Lauf führt sie in eine klei­ne bewohn­te Gegend, durch die sie ihre dre­cki­gen Füße eben­falls tra­gen. Die Bewoh­ner bemer­ken ihren unbe­irr­ten Sprint, zei­gen auf sie und ihnen fal­len die feh­len­den Schu­he auf.

»Pres­su­re of the future, too much for today
How many hours will I let slip away«

Sie lächelt die Men­schen an, zeigt ihnen ihren Ehr­geiz, indem sie sich von ihren erstaun­ten Bli­cken nicht ablen­ken lässt.

»Befo­re I rea­li­ze exis­ting and living
Are not the same«

Ein Jun­ge ist beein­druckt und fasst spon­tan den Ent­schluss, sie zu beglei­ten. Er zieht Schu­he und Socken aus und rennt hin­ter ihr her.

»Are not the same«

Als die ande­ren Bewoh­ner das beob­ach­ten, ent­schlie­ßen sich noch mehr Jungs, sich dem Lauf anzu­schlie­ßen und tun es dem ande­ren gleich.

Mehr als ein dut­zend Jun­gen las­sen alles ste­hen und lie­gen, ver­zich­ten auf ihre Fuß­be­klei­dung und lau­fen mit ihr in die Unend­lich­keit.

»How could you be what I wan­na see?
How could you be what I wan­na see?
How could you be what I wan­na see?«

Gemein­sam ver­las­sen sie die­ses klei­ne bewohn­te Fleck­chen, ren­nen über Grä­ser, stei­ni­ge Wege und Fel­der. Die Jun­gen freu­en sich, gemein­sam die­sen Weg zu bestrei­ten, sie zu beglei­ten, lächeln sich an und moti­vie­ren sich gegen­sei­tig immer wei­ter zu lau­fen.

»When my rea­li­ty«

Aus der Fer­ne erken­nen sie das Meer und lau­fen gera­de­wegs dar­auf zu. Kei­ne Umwe­ge, Abbie­gen kommt nicht in Fra­ge. Die ren­nen immer gera­de­aus, so wie sie.

»Could never live up, could never live up
To the fan­ta­sy«

Sie errei­chen das Meer und vor ihnen liegt ein steil abfal­len­der Stein­strand.

Alle blei­ben ste­hen. Die Jun­gen zögern, doch sie lächelt nur. Sie läuft wei­ter und die Jun­gen sind erstaunt, wie sie völ­lig unbe­irrt und ele­gant über die spit­zen Stei­ne hüpft.

Es war ganz klar, sie muss­te auch wei­ter, auch über die gro­ben Stei­ne lau­fen und so rann­ten sie ihr hin­ter­her.

Am Meer ange­kom­men rennt sie wei­ter auf das Was­ser zu, macht einen Kopf­sprung und schwimmt. Immer wei­ter. Die Jun­gen blei­ben am Was­ser ste­hen, jubeln, sprin­gen, klat­schen und rufen ihr hin­ter­her.

»How could you be what I wan­na see?
How could you be what I wan­na see?
How could you be what I wan­na see?«

Nach eini­gen Metern hört sie auf zu schwim­men und die Jun­gen wer­den ruhig. Sie kön­nen sie fast nicht mehr erken­nen, so weit ist sie schon weg, aber sie sehen, dass sie sich nicht wei­ter von ihnen ent­fernt.

»When my rea­li­ty
Could never live up, could never live up
To the fan­ta­sy«

Sie hat­te die Els­ter wie­der ent­deckt, wie sie über ihr flog. Jetzt lässt sie sich auf dem Rücken trei­ben und schließt ihre Augen.

Sie treibt im Meer. Irgend­wo im Nir­gend­wo. Weit und Breit nur Was­ser und sie liegt mit­ten­drin …

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4 Comments
  1. Antworten

    Yannik

    Januar 12, 2018

    Ich lese dei­ne Sto­ries wirk­lich lie­bend ger­ne und auch die­se hier ist dir wie­der mehr als gelun­gen! sehr schön geschrie­ben und oben­drein noch eine tol­le Song­aus­wahl. 🙂

    • Antworten

      Lena B.

      Januar 12, 2018

      Oh, ich dan­ke dir lie­ber Yan­nick!
      Ich bekom­me sehr sel­ten (eigent­lich gar kein) Feed­back auf mei­ne klei­nen Sto­rys. Um so mehr freue ich mich über dei­nen Kom­men­tar! <3
      DANKE! 🙂
      Lie­be Grü­ße

      • Antworten

        Yannik

        Januar 13, 2018

        Ich mag sol­che krea­ti­ven Din­ge sehr ger­ne. Lesen, in die Geschich­te ein­tau­chen und drü­ber nach­den­ken, was der Autor sich dabei wohl aus­ge­malt hat. Außer­dem fin­de ich sowas auch immer total inspi­rie­rend. 🙂

        • Antworten

          Lena B.

          Januar 13, 2018

          Freut mich sehr 🙂

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