Pathetisch? - Ein Beitrag über Emotionalität (in der Fotografie)
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Pathetisch? – Ein Beitrag über Emotionalität und Fotografie

By on Oktober 6, 2018

Ich fing gerade damit an, einen Text für ein Foto bei Instagram zu formulieren und es drohte auszuarten. Deswegen entschied ich mich kurzerhand dazu, einen Blogbeitrag zu verfassen. Das Thema ist »Emotionalität in der Fotografie« – Wann ist ein Bild zu pathetisch?

Bei manchen Fotos stelle ich mir im Nachhinein die Frage, ob sie zu pathetisch sind. Vielleicht habt ihr das bei dem Titelbild zu diesem Beitrag ebenfalls gedacht.

Wenn ich mir allerdings vor Augen führe, wie zum Beispiel dieses Bild entstanden ist, mag das Foto zwar eventuell (zu) gefühlvoll erscheinen, doch das Gefühl hinter dem Bild ist echt, wodurch es seine absolute Daseinsberechtigung hat. Ich denke, ich halte mich manchmal selbst für weniger emotional und gefühlsbetont, als ich tatsächlich bin.

Pathetisch? - Ein Beitrag über Emotionalität (in der Fotografie)

Wie das Foto entstand

Ich muss ein wenig vorgreifen, da die Hintergrundgeschichte zu diesem Foto zufällig sehr passend ist.

Vor einigen Tagen war ich in einem Blumenladen in der Nachbarschaft. Ich kaufe öfter Blumen für mein Zuhause, weil ich sie einfach schön finde und ich gerne so viel Natur wie möglich in meine eigenen vier Wände hole. Während ich darauf wartete, dass die Verkäuferin abkassierte, lauschte ich einer Unterhaltung zwischen zwei jungen Frauen. Die beiden kauften offensichtlich einen Blumenstrauß für irgendeinen Anlass als Mitbringsel. Eine der beiden Frauen hielt es für nötig lauthals im Laden zu berichten, wie unnötig sie Blumen findet. Sie würde sich niemals Blumen für ihr Zuhause kaufen, die hielten ja nur wenige Tage. Eine sehr pragmatische Frau, wie mir schien. Gleichzeitig kam ich nicht drumherum zu denken, dass der Frau eventuell viele kleine Freuden im Leben entgehen.

Ich stellte meinen Einkauf dennoch nicht in Frage und erfreute mich nicht weniger daran, die Blumen zu Hause auszupacken und in verschiedene Vasen zu verteilen.

Einige Tage später, kam es zu diesem Foto: Das Licht fiel überraschend an einem eigentlich bewölkten Tag ins Wohnzimmer. Die Sonne steht zu dieser Jahreszeit sehr tief, was lange interessante Schatten bedeutet. Auf meinem Tisch stehen einige kleine Zimmerpflanzen und an diesem Tag eben auch diese Blumen. Ich ließ kurzerhand alles stehen und liegen, um das Lichtspektakel fotografisch festzuhalten. Das Licht zauberte unterschiedliche Schatten auf den Tisch, auf mich und meine ganze Wohnung. Ich freute mich wie ein kleines Kind über die wenigen Minuten Sonnenschein, über meine Blumen auf dem Tisch und über die Pflanzen in meiner Wohnung.

Ganz schön pathetisch…

Prinzipiell kann man also sagen: Ist das Foto zu pathetisch, bin ich zu pathetisch. Es ist nunmal so: Die kleinen Dinge definieren die Freude in meinem Leben – Schöne Lichter, die Natur, die Jahreszeiten, Blumen auf dem Esstisch und natürlich Musik!

Deswegen gibt es zum Abschluss noch ein bisschen gefühlvolle Musik von mir. Gestern veröffentlichte nämlich Adrianne Lenker ihr neues Album »abysskiss«*. Viel Gefühl und wunderschön!

* Affiliatelinks/Werbelinks

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2 Comments
  1. Antworten

    Marie

    Oktober 7, 2018

    „Ich freute mich wie ein kleines Kind über die wenigen Minuten Sonnenschein, über meine Blumen auf dem Tisch und über die Pflanzen in meiner Wohnung.“
    Da finde ich mich so wieder!!
    Oder immer das Entzücken, wenn ich draußen bin und das Licht an einer bestimmten Stelle auf das Moos an einem bestimmten Baum scheint… Oder wenn das Licht beim Konzert perfekt mit dem Nebel und dem Gesichtsausdruck des Musikers zusammenfällt, oder oder oder.
    Gefühle & Fotografie gehören für mich untrennbar zusammen. Man erzählt ja immer eine Geschichte und wenn es die Geschichte über die kleinen Freuden des Lebens ist. 🙂

    LG

    • Antworten

      Lena B.

      Oktober 8, 2018

      Du hast absolut Recht und bringst es wunderbar auf den Punkt! <3
      Ein Foto erzählt eine Geschichte und eine emotionslose Geschichte ist wohl auch eine langweilige Geschichte 🙂
      Danke für deinen Kommentar dazu - tolle Ergänzung!
      Liebe Grüße
      Lena

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