Memphis May Fire - The Burden
Stories

Memphis May Fire – The Burden

By on August 16, 2017

Dies ist eine fiktive Geschichte zu dem Song »The Burden« von Memphis May Fire.

Der Song »The Burden«

Der Song ist ein rein instrumentales Stück. Im Hintergrund hört man ein sich streitendes Pärchen. Dieses Lied ist ein Zwischenspiel (Interlude) auf dem Album »The Hollow«.

Die Geschichte

Er sitzt auf seinem Bett …

Starrt auf seine geschlossene Zimmertür …

Er kann sie hören. Laut und deutlich …

Er schließt seine Augen, atmet ein und denkt nach.

Er öffnet seine Augen mit einem Beschluss. Steht von seinem Bett auf und nimmt alles an Bettzeug, was er greifen kann. Seine Kissen und Decken mit den Flugzeugen drauf, die er so gern hat. Sie können fliegen, deswegen mag er sie so. Er mag alles was fliegen kann.

Die Decke legt er sorgfältig vor die Tür und die Kissen darüber. Er schaut sich sein angefangenes Werk an. War klar, dass das nicht reicht. Weiter geht’s.

Er nimmt den Sitzsack, der neben seinem Bett liegt. Ganz schön schwer. Er zieht ihn vor die Tür.

Als nächstes sind die Kuscheltiere dran. Sein Lieblingsteddy, die doofe Giraffe von seiner Tante und der Elefant von seinem Papa. Den mag er eigentlich ganz gerne, aber heute nicht. Rauf damit auf den Haufen.

Das alles reicht immer noch nicht. Er muss größere Geschütze auffahren. Schluss mit den Schmusesachen, ran an die harten Sachen. Schwere und große Dinge MÜSSEN doch effektiver sein. Ganz logisch.

Er schiebt seinen Schreibtisch vor die Tür. Leichter als er dachte ist der. Er muss schon Kraft aufwenden, so ist es nicht, aber er schafft es.

Auch der Schreibtischstuhl muss dran glauben. Er stellt den Holzhocker auf die Tischplatte. Es folgt der Teppich, der zusammengerollt an den seitlichen Spalt der Tür gelehnt wird. Er nimmt seine ganzen Kinderbücher aus dem Regal und stapelt sie rund um sein bisheriges Konstrukt. An das Bücherregal selbst traut er sich nicht ran. NOCH nicht. Wenn aber alles nichts hilft, muss auch das Regal dran glauben.

Sein nächstes Ziel ist der Kleiderschrank. Voller Eifer räumt er alles aus, was er finden kann. T-Shirts, Hosen, Schlafanzüge und sogar die Socken werden vor die Tür getragen. Sorgfältig legt er die einzelnen Teile in die noch offenen Lücken.

Mit verschränkten Armen schaut er auf seine gebaute Barriere. Alles noch nicht genug. Er hat noch eine Menge Arbeit vor sich und zum Glück noch genug Sachen, um die Mauer zu vergrößern.

Er macht sich an seine Spielsachen. Ganz schön viele hat er da. Das wird eine Menge Arbeit, die alle an die Tür zu tragen. Er will sie ja auch nicht kaputt machen die Sachen. Deswegen müssen sie alle vorsichtig rüber getragen und an die restlichen Sachen gelehnt werden.

Während er seine Lieblings-Actionfigur zu seinem Bestimmungsort trägt, fangen ein paar Dinge in seinem Zimmer an zu schweben. Seine Spielsachen, Stifte und sogar die Nachttischlampe bewegen sich wie aus Zauberhand auf die Tür zu. Er freut sich über die Hilfe, so geht alles viel schneller. Am Anfang trägt er selbst noch Sachen zur Tür doch irgendwann bemerkt er, dass er das gar nicht mehr muss. Alle Sachen fliegen von selbst an die vorhergesehene Stelle.

Er fängt an, die Dinge zu dirigieren. Zeigt den fliegenden Sachen, wo sie sich am besten positionieren. Er stellt fest, dass er mit seinen Händen die schwebenden Gegenstände sogar führen kann. Alles fliegt um ihn herum, seine Spielsachen tanzen, seine Stifte hüpfen, alle in der Luft.

JETZT wagt er sich auch an das Bücherregal. Sogar der Kleiderschrank wird durch die Luft dirigiert und vor die Tür gestellt. Alles fliegt, alles tanzt und landet am Ende vor der Tür seinen Kinderzimmers.

Bald ist alles aus seinem Zimmer an der Wand mit der Tür. Er blickt stolz auf sein Werk. Freut sich darüber, dass alles geschafft zu haben. Endlich Ruhe!

Nach einer Zeit öffnet seine Mutter die Zimmertür. Er schläft schon längst. Endlich war es ja möglich.

Die Mutter drückt mit Gewalt gegen Tür und hört nur ein paar Spielsachen auf den Boden fallen. Er wird dadurch aber nicht wach. Sie blickt durch den Türspalt auf ihren schlafenden Jungen und die Unordnung in seinem Zimmer. Alle Schränke sind leer geräumt, der Schreibtisch leicht verschoben und ein paar Spielsachen liegen verstreut auf dem Boden. ER liegt in seinem Bett mit dem Rücken zur Tür gedreht. Er schläft und kann sie endlich nicht mehr hören.

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