Ausmisten - Wohin mit den alten Klamotten?
DIY Second Hand

Ausmisten — Wohin mit den alten Klamotten?

By on Mai 28, 2019

Zur­zeit beschäf­ti­ge ich mich immer Mal wie­der mit mei­nem völ­lig über­füll­ten Klei­der­schrank. Unfass­bar, wie viel Zeug sich im Lau­fe der letz­ten Jah­re ange­sam­melt hat und das, obwohl ich regel­mä­ßig ver­su­che Klei­dung aus­zu­sor­tie­ren und zu spen­den. Jetzt ist radi­ka­les Aus­mis­ten ange­sagt und ich ken­ne kein Par­don! Die ein­zi­ge Fra­ge, die hier und da offen bleibt: Wohin dann mit den alten Kla­mot­ten?

Ausmisten

Für mich bedeu­tet das Aus­mis­ten mei­nes Klei­der­schranks nicht nur Platz zu schaf­fen. Mir geht es auch dar­um mir bewusst zu machen, wie vie­le Klei­dungs­stü­cke ich tat­säch­lich getra­gen habe, wie ver­schwen­de­risch und mit Kla­mot­ten umge­gan­gen bin ich wie kon­sum­süch­tig ich in die­ser Hin­sicht war. Die gan­zen letz­ten Jah­re, ja fast Jahr­zehn­te, waren Kla­mot­ten für mich eine Selbst­ver­ständ­lich­keit. Shop­ping-Tou­ren durch H&M und Online-Shop­ping bei Asos waren Gang und Gäbe und ich über­schüt­te­te mich selbst regel­mä­ßig mit neu­en und vor allem güns­ti­gen Anzieh­sa­chen. Erschre­ckend, wenn ich beden­ke, wie vie­le Res­sour­cen und Trans­port­we­ge hin­ter jedem ein­zel­nen Klei­dungs­stück ste­cken und wie unacht­sam ich mit die­sem The­ma umge­gan­gen bin.

Nun heißt es also Aus­mis­ten und ich ken­ne dabei kein Erbar­men. Nie wie­der »Das zieh ich bestimmt irgend­wann wie­der an« oder »was, wenn ich wie­der zuneh­me?« oder »das lässt sich nur schwie­rig kom­bi­nie­ren« mehr. Ich sor­tie­re radi­kal aus und behal­te aus­schließ­lich Kla­mot­ten, die ich regel­mä­ßig tra­ge. Aus­nah­men bil­den dabei mei­ne Sport­kla­mot­ten und schi­cke Sachen für diver­se Anläs­se. Bei­des wird kom­men… die Hoch­zei­ten nahen und ich brau­che Sport­schu­he, um davor weg­zu­ren­nen.

Verkaufen

App Mädchenflohmarkt

Anzieh­sa­chen, die ich sel­ten getra­gen habe und wirk­lich noch schön sind, ver­su­che ich zu ver­kau­fen. Ich habe dafür die App Mäd­chen­floh­markt* für mich ent­deckt. Das Unter­neh­men bie­tet einem zwei Mög­lich­kei­ten: Ent­we­der man foto­gra­fiert und ver­kauft sei­ne gebrauch­ten Klei­der selbst oder man schickt sie direkt an Mäd­chen­floh­markt und lässt die Sachen für sich ver­kau­fen. Das Unter­neh­men behält natür­lich eine Pro­vi­si­on für alle ver­kauf­ten Arti­kel und was nicht ver­kauft wer­den kann wird gespen­det oder zurück geschickt. Mir hat das Sys­tem so zuge­sagt, dass ich direkt vier Pake­te ver­schickt habe.

Zu beach­ten: Ach­tet auf die Kri­te­ri­en der ein­zu­schi­cken­den Kla­mot­ten. Alles was Mäd­chen­floh­markt nicht ver­schi­cken möch­te oder kann, wird kos­ten­pflich­tig zurück­ge­schickt (4,50€)

Mei­nen »Klei­der­schrank« von Mäd­chen­floh­markt fin­det ihr hier:

Kleiderkreisel

Auch bei Klei­der­krei­sel bin ich ver­tre­ten, aller­dings mit weni­ger Kla­mot­ten. Schaut aber auch ger­ne dort vor­bei.

Spenden

Klei­dung zu Spen­den ist und bleibt natür­lich auch eine tol­le Mög­lich­keit sei­ner Klei­dung nach­hal­ti­gen Wert zu geben. Bis­her spen­de­te ich Anzieh­sa­chen oder auch ande­ren Krims­krams an Oxfam oder an die Flücht­lings­hil­fe, doch ich recher­chie­re immer wie­der neu, wohin man Kla­mot­ten sinn­voll spen­den kann und wo sie am meis­ten gebraucht wer­den.

Ein abso­lu­tes No-Go sind und blei­ben für mich Alt­klei­der­con­tai­ner. Die dort gespen­de­ten Alt­klei­der wer­den näm­lich nicht an hilfs­be­dürf­ti­ge Men­schen ver­schenkt, son­dern Unter­neh­men schla­gen Pro­fit aus den Spen­den, indem sie selbst in den ärms­ten Län­dern in Afri­ka ver­kauft wer­den. Die Tex­til­in­dus­trie vor Ort geht zu Grun­de und nie­man­dem ist dadurch gehol­fen. Wen das The­ma im Detail inter­es­siert, kann sich die fol­gen­de Doku dazu anschau­en.

Upcycling

Alte Stoffe, neue Sachen

Man­che aus­sor­tier­ten Kla­mot­ten sind durch häu­fi­ges Waschen ver­bli­chen oder haben Löcher oder Fle­cken. Die­se Klei­der las­sen sich weder ver­kau­fen, noch möch­te man sie spen­den. Anfangs denkt man, die Sachen gehö­ren in die Ton­ne, doch wer Spaß an Hand­ar­beit hat, kann die Sachen upcy­celn. Selbst alte Schlüp­per und Socken kön­nen dabei Ver­wen­dung fin­den.

Dün­ne und fes­te Stof­fe, wie die von Hem­den, las­sen sich wun­der­bar zu Taschen­tü­chern, Ser­vi­et­ten oder Abschmink­s­pads wei­ter­ver­ar­bei­ten. Dehn­ba­re Stof­fe, wie von T‑Shirts oder Jog­ging­ho­sen, kön­nen zu Häkel­garn geschnit­ten wer­den und man kann Tep­pi­che, Kör­be oder Taschen dar­aus häkeln. Es gibt unglaub­lich vie­le Mög­lich­kei­ten, die ich auch alle noch auf mei­nem Blog vor­stel­len wer­de.

Ausmisten Recycling Häkeln

Alte Kleidung, neue Kleidung

Ein paar weni­ge Klei­dungs­stü­cke möch­te man eigent­lich nicht weg­ge­ben, doch sie sind zu groß, zu klein oder die Far­be gefällt nicht mehr so gut. Für alle Fäl­le fin­de ich immer wie­der You­tube-Vide­os oder Anlei­tun­gen, wie ich Klei­dung umnä­hen oder fär­ben kann.

Bis­her habe ich Kla­mot­ten immer mit der Far­be von Sim­pli­col gefärbt, die wirk­lich zuver­läs­sig funk­tio­niert. Doch die Che­mie­keu­le sagt mir eigent­lich nicht mehr zu und ich möch­te zukünf­tig ver­su­chen, Klei­dung pflanz­lich zu fär­ben. Expe­ri­men­te in die Rich­tung wer­den auf jeden Fall hier geteilt.

Klei­dung umzu­nä­hen ist da schon ein wenig kom­pli­zier­ter und ohne Näh­ma­schi­ne qua­si unmög­lich bzw. viel zu auf­wen­dig. Doch eine Näh­ma­schi­ne zu ver­wen­den, lernt man schnell und man kann sich sol­che Tei­le für ein­ma­li­ge Näh­ar­bei­ten auch lei­hen und güns­tig Second-Hand kau­fen. Für mein letz­ten Näh-Pro­jekt habe ich anhand die­ses Vide­os eine qua­si unge­tra­ge­ne Jeans enger genäht und es hat wun­der­bar funk­tio­niert.

Kla­mot­ten las­sen sich natür­lich auch ver­än­dern oder umfunk­tio­nie­ren. Es gibt vie­le Mög­lich­kei­ten, die man sich alle­samt ergoo­geln kann.

Neue Klamotten kaufen

Ich wer­de nicht drum­her­um kom­men, mir mal wie­der ein Klei­dungs­stück zu kau­fen. Sei es, weil mei­ne Socken alle Löcher haben, mei­ne Geschmack sich ver­än­dert oder ich ein­fach Lust auf ein neu­es Klei­dungs­stück habe. Dabei ist für mich aller­dings obers­te Prio­ri­tät, nicht blind los zu shop­pen, son­dern mir bei jeder Kla­mot­te genau zu über­le­gen, ob sie mir gefällt und ob ich sie tat­säch­lich benö­ti­ge und häu­fig anzie­hen wer­de.

Doch wel­che Kla­mot­ten kau­fe ich in die­sem Fall? Beim Kauf neu­er Anzieh­sa­chen kann man qua­si nichts rich­tig machen. Klei­dung benö­tigt ent­we­der pflanz­li­che, tie­ri­sche oder che­mi­sche Fasern, die alle­samt weder öko­lo­gisch noch nach­hal­tig sind. Ein über­höh­ter Was­ser­ver­brauch, das Aus­beu­ten von Tie­ren, hohe Trans­port­we­ge oder beding­te Abbau­fä­hig­keit tref­fen mehr oder weni­ger auf alle Tex­til­ar­ten zu und machen eine »rich­ti­ge« Ent­schei­dung qua­si unmög­lich. Des­we­gen ist für mich die ein­zi­ge Lösung, mich beim Kauf neu­er Klei­dung auf das Unum­gäng­li­che zu beschrän­ken. Soll­te ich irgend­wann nur noch Schlüp­per mit Löchern im Schrank haben, kau­fe ich hoch­wer­ti­ge Baum­woll­un­ter­wä­sche mit Fairtra­de-Sie­gel. Klingt für mich ver­tret­bar. Für alles ande­re lau­tet mei­ne Lösung: Second-Hand und bewuss­tes Ein­kau­fen!

Second-Hand

Schon seit Ewig­kei­ten war ich in kei­nem Kla­mot­ten­la­den mehr und auch mei­ne letz­ten Online-Bestel­lung ist Mona­te her. Ich brau­che nichts mehr, ganz im Gegen­teil. Ich schwim­me in Kla­mot­ten und möch­te mei­nen Klei­dungs­see nicht erwei­tern son­dern redu­zie­ren. Natür­lich habe ich, wie die meis­ten Men­schen, Spaß am Kau­fen. Das ist prin­zi­pi­ell auch nichts Ver­werf­li­ches, nur sehe ich es nicht län­ger ein NEUE Kla­mot­ten zu kau­fen. Die Welt ist über­sät mit Klei­dung und da muss ich die Nach­fra­ge nicht noch ver­stär­ken. Statt­des­sen stö­be­re ich nur noch auf (Online-)Flohmärkten und kau­fe aus­schließ­lich Second-Hand-Mode und auch das hal­te ich in Gren­zen, um mei­nen Klei­der­schrank nicht non-stop zuzu­mül­len. Ich möch­te mir mei­nen Kon­sum in jeg­li­cher Hin­sicht bewuss­ter machen und mich bei jedem Klei­dungs­stück fra­gen: Brau­che ich das wirk­lich? Alles ande­re kommt für mich nicht län­ger in Fra­ge.

Wie sieht es in dei­nem Klei­der­schrank aus? Kaufst du Second-Hand-Kla­mot­ten oder treibt es dich doch hin und wie­der zu H&M und Co? Ziehst du all dei­ne Kla­mot­ten tat­säch­lich noch an? Ich kann auf jeden Fall sagen, dass ich mich nach jedem Aus­mis­ten leich­ter füh­le und bis­her kam ich noch nie in die Situa­ti­on, ein Teil zu ver­mis­sen, was ich wei­ter­ver­ar­bei­tet oder weg­ge­ben habe. Mein Ziel ist es, mei­ne Kla­mot­ten soweit zu redu­zie­ren, dass ich mei­nen alten Klei­der­schrank ver­kau­fen kann und alles nur noch auf einer Klei­der­stan­ge und in einer Kom­mo­de unter­brin­gen kann. Ich freue mich auf die­ses erreich­te Ziel und wer­de das Ergeb­nis selbst­ver­ständ­lich hier zei­gen, sobald es was zu zei­gen gibt.

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